Kreuzweg beten

 

           Betrachtungen von Pater Slavko Barbaric

 

           

 

             Der Kricevac (Kreuzberg) in Medjugorje

 

 

                  Der Kreuzberg auch Kricevac genannt ist 520 Meter hoch.

 

 

Oben auf dem Gipfel haben die Gläubigen von Medjugorje im Jahre 1933 ein Steinkreuz erbauen lassen.

Das Kreuz ist 8.52 Meter groß und auf dem Kreuz ist folgende Inschrift zu lesen:

 

„ An Jesus Christus, Erlöser der Menschheit als Zeichen unseres Glaubens, unserer Liebe und Hoffnung und in Erínnerung des 1900 Jahrestages der Passion Jesu“.

 

Wo die beiden Balken des Kreuzes sich kreuzen, wurde ein Stück Holz des Kreuzes Jesu eingelegt. Der größte Teil des Kreuzes woran unser Herr gestorben ist, wird in der „Kirche des Heiligen Kreuzes von Jerusalem“ in Rom aufbewahrt. Am 15. März 1934 wurde das Kreuz durch den Pfarrer von Medjugorje gesegnet.

Jeden ersten Sonntag nach dem Fest Maria Geburt feiert die Pfarrei von Medjugorje zu Füssen des Kreuzes eine heilige Messe in der Erinnerung der Kreuzerhöhung.

 

 

Jeder von uns befindet sich häufig auf der Flucht vor dem Kreuz des Alltags. Jesus bewegt uns zu Umkehr in die Stadt, ins Dorf, ins Haus, zur Familie, auf den Arbeitsplatz, in unser Leben, damit wir in Treue vollziehen, was uns aufgetragen ist, und damit das Zeitliche an uns erstirbt und das Unsterbliche bleibt.

 

Betrachtungen zum Kreuzweg von Pater Slavko Barbaric

 

Gebet zur Vorbereitung

Jesus, ich möchte Dir begegnen.

Leite mich auf deinem Weg.

Maria, lehre mich, am Wort Jesu ständig festzuhalten,

wenn ich auf die Kalvaria meines Lebens gehe.

Hilf mir, alles zu befolgen, was mir Jesus sagt.

Vater hier bin ich.

Ich möchte in das Geheimnis deines Sohnes eingehen,

damit du mich heute als dein Kind erkennen kannst,

das zu dir zurückkehrt.

Amen.

 

             1. Station:  Jesus wird zum Tode verurteilt

 

                      

 

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und preisen dich. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

>> Die Hohepriester und der ganze hohe Rat bemühten sich um falsche Zeugenaussagen gegen Jesus, um ihn zum Tode verurteilen zu können.<< CMt 26, 59)

 

Die Verurteilung annehmen

 

Höre auf Jesus, wie er dir sagt: Man hat über mich geurteilt und mich schließlich verurteilt.

Das Volk, dass meinen Predigten gelauscht hat, war einig mit den staatlichen und religiösen Machthabern, mich zu verurteilen.

Meine Freunde und Apostel sind geflüchtet. Noch vor kurzem waren sie voller Lob über mich, sie staunten über die Wunder, drängten sich, mich zu berühren und versicherten mir ihre Treue.

Jetzt aber sind sie alle gegen mich und verlangen von Pilatus meine Kreuzigung. Der Ausländer Pilatus möchte mich freigeben. Doch meine Mitbürger zwingen ihn, dass Urteil über mich zu sprechen.

Die Menschen um dich, sogar die allerbesten Freunde, werden über dich urteilen und dich verurteilen. Das bedeutet nicht, dass du immer Schuld bist. Immer wirst du aber gerichtet werden. Jetzt wird dir klar, dass auf die Menschen kein Verlass ist. Sicherer und fester Halt ist allein in Gott. Dieses Kreuz befreit dich von den Menschen, auf die du dich stützt und lädt dich ein, dich an mich zu lehnen. Wenn dich die Menschen verurteilen, kannst du auf meine Seite überwechseln. Denn auch mich haben sie beurteilt und verurteilt. Wehre dich nicht, wenn man über dich richtet. Das Urteil kann dich nicht auslöschen, es lässt dich nicht allein, es bringt dich zu mir und führt dich in die Herrlichkeit. Dieser Schuldspruch ist deine Tür zu mir, zu einer Begegnung mit mir. Jetzt kann dich niemand mehr verurteilen.

 

Liebe Kinder! Heute bitte ich euch, dass ihr mit der üblen Nachrede aufhört.

Botschaft vom 12.April 1984

Vater unser……..              Gegrüßet seist du, Maria……..             Ehre sei dem Vater……….

 

                 

      2. Station: Jesus nimmt das schwere Kreuz auf sich

 

                    

 

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und preisen dich. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

>>Er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen.<<          (Jes 53, 4)

 

 

Den Alltag annehmen

 

Ich hätte mich wehren können oder Wünschen können dass man mich verteidigt. Ich hätte sagen können: Ich bin unschuldig, warum sollte ich leiden? Doch ich habe das Kreuz ohne Murren auf mich genommen. Jeder Augenblick deines Lebens ist ein Kreuz. Du kannst es annehmen oder abwerfen.

Du kannst davor flüchten oder ihm begegnen. Ich habe es auf mich genommen. Somit weißt du, wo ich zu finden bin. Deine Kraft liegt nicht im Laufen. In jedem Augenblick wirst du vor die Entscheidung gestellt, ob du mir folgen willst.

Das ist das zweite Kreuz. Nur wenige erkennen es. Viele suchen außergewöhnliche Kreuze. Doch das Kreuz ist einfach da – im Annehmen des Alltags. Der Alltag ist dein Leben und dein Kreuz. Nimmst du es auf dich, erhältst du viele Gnaden und dein Glaube entfaltet sich rasch.

 

 

 

 

Liebe Kinder, betet besonders, dass ihr Krankheit und Leiden mit Liebe annehmen könnt, -

wie sie auch Jesus angenommen hat.

Aus der Botschaft vom 11. September 1986

 

 

 

Vater unser …………..       Gegrüßet seist du, Maria……….        Ehre sei dem Vater 

 

 

      3. Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

 

             

 

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und preisen dich. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

<<Christus hat uns geliebt und sich für uns hingegeben als Gabe und als Opfer, das Gott gefällt.<< (Eph 5. 2)

 

Den Mut haben zu fallen.

 

Es ist schwer zu fallen. Jeder wünscht sich, auf den Füßen zu bleiben, durchzustehen und zu obsiegen. Ich bin Gott, aber dennoch falle ich unter dem Kreuz, ohnmächtig. Alle haben meine Wunden gesehen und über mich gestaunt. Jetzt aber sehen sie mich fallen, geschlagen, verachtet.

Habe Mut zu fallen und deinen Fall nicht zu beschönigen, sondern zuzugeben. Auf der Erde kannst du nicht anders werden. Du bist hier, um zu sterben. Denn es heißt: „ Wer sein Leben verliert, wird es finden“. Warum hast du Angst zu fallen? Warum wagst du es nicht, den Menschen in die Augen zu sehen, wenn du eine Niederlage erlitten hast, wenn sie klüger sind als du? Warum fürchtest du dich, wenn dich Sünden belasten? Du möchtest gut durchkommen. Doch schau – wenn du fällst, kommst du zu mir. Fürchte dich nicht, das Fallen bedeutet nicht das Ende. Warum nimmst du es so tragisch, warum schämst du dich? Du fällst, um mir näher zu kommen, damit ich dich aufrichten kann. Wenn du verstehst, dass auch ich gefallen bin, dann wirst du in deinem Fall mein Antlitz erblicken und wir werden die Sünde und die Niederlage miteinander besiegen. Wichtig ist, beim Fallen nicht allein zu bleiben, sondern zu mir heranzurücken.

 

Wenn ihr leidet, so bringt es Gott als Opfer dar.

Aus der Botschaft vom 29. März 1984

 

Vater unser……………  Gegrüßet seist du, Maria…………Ehre sei dem Vater………………..

 

 

                4. Station: Jesus begegnet seiner Mutter

 

                                                 

 

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und preisen dich. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

>> Er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.<< (LK 2. 34-35)

 

Geliebte Menschen betrüben müssen.

 

Es ist unmöglich, jemand, den du liebst, nicht auch zu betrüben. Ich hätte dieser Begegnung mit meiner Mutter auch ausweichen können. Weißt du, was es bedeutet, einem lieben Menschen zu begegnen, den du enttäuscht hast? Ich wurde abgelehnt und von allen verachtet wie ein Häretiker und Verführer. Meine Mutter wusste Bescheid. Sie sah meinen äußeren und inneren Schmerz und schaute mir in die Augen. Es ist ein Kreuz, dem liebsten Menschen in die Augen zu sehen, wenn dich alle verspotten.

Es ist unmöglich, Menschen, die dich lieben nicht zu enttäuschen. Du kannst sie aber davor nicht verschonen. Lehne dieses Kreuz nicht ab. Du wirst mich finden, wenn du erlebst, dass du deine Freunde betrübt hast. Du siehst, wie ihnen deine Schwierigkeiten Schmerz bereiten. Das macht dir zu schaffen. Meine Mutter hat bei meinem Niedergang verstanden, wer ich bin. In ihr starb auch der letzte Wunsch, dass ich Erfolg habe, aber ihr Glaube entfaltete sich zu voller Größe.

Einen wahren Freund erkennst du dann. Wenn er zu dir hält, auch wenn niemand mehr etwas Lobenswertes an die findet. Dann meint er nur mehr dich. Akzeptiere das Anstoßerregende an dir. Akzeptiere es, dass du andere enttäuscht und du wirst mir und meiner Mutter begegnen.

 

Ich, die Mutter, liebe euch alle… Ich bitte euch, erlaubt nicht, dass mein Herz blutige Tränen über jene Seelen weint, die in der Sünde verlorengehen.

Aus der Botschaft vom 24. Mai 1984

 

Vater unser…………….  Gegrüßet seist du, Maria…………     Ehre sei dem

Vater……………

 

 

  5. Station: Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

 

          

 

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und preisen dich. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

>> Freut euch, dass Anteil an den Leiden Christi habt; denn so könnt ihr auch bei der Offen-

barung seiner Herrlichkeit voll Freude jubeln<< (1 Petr 4. 13)

 

Zulassen, dass man dir hilft.

 

Niemand hat mich mehr geachtet. So viele habe ich gesund gemacht, aber auch sie haben mich verlassen, wie auch die, denen ich ganz nahe stand. Verwundet und blutig, erschüttert von der Begegnung mit meiner Mutter, brauchte ich liebende Hände, die mich stützen.

Gekommen ist nur jemand, den man genötigt hat. Ich sehnte mich nach Hilfe aus Mitleid und Liebe. Simon musste man zwingen, mir zu helfen. Niemanden zu haben, der aus Liebe mit dir leidet, ist ein Kreuz. Wenn du dieses annimmst, dann bist du in deinem Leid nicht mehr allein, denn ich bin bei dir.

Und noch etwas. Habe Mut, dir von anderen helfen zu lassen. Ich habe es auch getan, wo ich doch allmächtig bin. Lasse es geschehen, dass dich andere überraschen, dass sie sich deiner annehmen, dass du sie brauchst. Das ist das Kreuz und ihm kannst du nicht ausweichen. Verstehe, dass das eine Tür zu mir ist. Wundere dich also nicht, wenn sich alles in dir diesem Kreuz widersetzt: <<Denn das Begehren des Fleisches richtet sich gegen den Geist, das Begehren des Geistes aber gegen das Fleisch<< (Gal. 5. 17). Nimm also dein Kreuz und folge mir nach. So bist du bei mir.

 

Habt keine Angst, das Kreuz zu tragen. Da ist ja mein Sohn, der euch helfen wird.

Aus der Botschaft vom 5. April 1985

 

Vater unser…………………    Gegrüßet seist du, Maria…………      Ehre sei dem Vater……...

 

 

 

          6. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

 

                                    

 

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und preisen dich. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

>>Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.<<

( Mt 25, 40)

 

Gutes annehmen ohne Gegenleistung

 

Alles haben sie mir genommen. Und alle haben mich verlassen. Ich war allein, besitzlos, auf dem Weg zum Tod. Da trat Veronika zu mir und reichte mir ein Tuch. Weißt du, wie es einem dabei ergeht? Ich war gerührt und voller Dankbarkeit, aber ich besaß nichts, womit ich ihr hätte vergelten können. Ich hatte nichts anderes als mein Leid und die Schmerzen. So gab ich ihr den Abdruck meines blutigen Antlitzes.

Ein Kreuz ist es, zuzulassen, dass dir die Menschen gutes tun, ohne dass du die Möglichkeit hast, es ihnen zu vergelten. Habe Mut und tu das, was du bei mir gesehen hast. Lass es zu, dass du etwas schuldig bleibst. Man braucht nicht alles zu bezahlen. Gib als Gegenleistung dich selbst. Lerne es, dich beschenken zu lassen, ohne im Krämergeist an Revanche zu denken. Das ist eine Tür zu mir: die Beschämung erdulden, wenn du nicht geben kannst.

So findet eine Begegnung mit mir statt und du erkennst den Vater, denn auch ihm kannst du nicht vergelten, was er dir schenkt. Er ist wie eine Quelle, die ihr Wasser gratis verströmen lässt. Wenn du so bist, dann bist du ein Kind meines Vaters. Nimm auch dieses Kreuz an, Gott seine ganze Liebe nicht erstatten zu können. Sei wie ein Kind, das die Güte von Vater und Mutter genießt.

 

Ich danke euch für alle Opfer und rufe euch zum größten Opfer auf, dem Opfer der Liebe. Ohne Liebe könnt ihr weder mich noch meinen Sohn annehmen. Ohne Liebe könnt ihr nicht von euren Erfahrungen Zeugnis geben.

Aus der Botschaft vom 27. März 1986

 

 

Vater unser……………..  Gegrüßet seist du, Maria…………   Ehre sei dem Vater…………….

 

   7. Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

 

                                  

 

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und preisen dich. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

>>Alle die mich sehen, verlachen mich, verziehen die Lippen, schütteln den Kopf; Er wälze die Last auf den Herrn, der soll ihn befreien! Der reiße ihn heraus, wenn er an ihm Gefallen hat<<

                                                                                                                                              ( Ps 22, 8-9)

 

Rückfällig werden

 

Einmal bin ich schon gefallen. Alle wollten mich stark sehen. Aber ich fiel ein zweites Mal. Ich wusste, das wird meine Mutter entsetzen und bei meinen Gegnern Spott hervorrufen. Meine Freunde werden sich aus Enttäuschung von mir zurückziehen. Meine Schwäche empörte alle und sie fragten sich: Ist das wirklich Gott? Ich habe dieses Kreuz auf mich genommen. Mein Vater wollte zeigen, dass er in mir stärker ist als jedes Ärgernis.

Fällst du das erste Mal, hast du noch immer eine Ausrede, doch wenn du ein zweites Mal schwach wirst, dann kann dir jeder nachweisen, dass du nichts taugst. Du wirst dich gegen dieses Kreuz stemmen, wirst alles wieder gutmachen und dich rechtfertigen wollen. Aber das entfremdet dich mir. Damit nämlich bezeugst du nicht mich, sondern dich, damit willst du nur die eigene Kraft beweisen. Sei dir bewusst dass du immer wieder fallen wirst, aber ich werde dich aufheben. Dann wird man sagen: Schau, jemand hat ihm aufgeholfen.

Dein siebentes Kreuz besteht darin, dass du deine Schwäche zugibst. Fürchte dich nicht zu fallen, sondern wende dich mir zu. Wenn du dieses Kreuz annimmst, findest du mich darin, denn nur das bloß Menschliche erleidet hier eine Niederlage, der Geist aber obsiegt.

 

Er liebt euch und deshalb prüft er euch. Opfert immer alle Lasten Gott auf und seid nicht besorgt.

Aus der Botschaft vom 11. Oktober 1984

 

Vater unser………..   Gegrüßet seist du, Maria………….. Ehre sei dem Vater………………

 

 

         8. Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen

 

                              

 

 

 

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und preisen dich. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

>> Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich; weint über euch und eure Kinder. Wenn das mit dem grünen Holz geschieht, was wird dann erst mit dem dürren geschehen?<<

                                                                                                                                          (Lk 23, 28-31)

 

Im eigenen Leid andere trösten

 

Frauen haben mir zugehört, mir geglaubt, mich liebgewonnen. Ich habe ihre Kinder gesegnet. Sie schauten mich mit ihren Herzen und sie konnten es nicht verstehen, dass mich jemand verurteilt. Sie weinten, weil sie fühlten, dass mit dem Urteil über mich auch das Urteil über das Leben gesprochen ist. In ihrer Traurigkeit sprach ich ihnen Trost zu.

Das ist das Kreuz, das eigene Leiden überwinden und dahinter die Freiheit erblicken. Kein Schmerz ist letztlich tragisch.

Tragisch ist die Herzenshärte und die Blindheit. Nicht zu erkennen, dass hinter jedem Tod die Auferstehung wartet, hinter der Krankheit die Genesung, hinter dem Abschied das Wieder-sehen. Zulassen, dass dich Selbstmitleid überfällt, das ist tragisch. Den Sieg erringst du dort, wo du das Leid anderer siehst und Trost spendest, wenn du selber Trost brauchst. Dann kommt für dich der Trost von Gott. Hab Mut, auf menschlichen Trost zu verzichten und die Kraft von Gott zu erbitten. So besiegst du die Welt. So gehst du einen Kreuzweg, aber er führt dich ins Leben. Wenn du selber verwundet bist und Schmerzen hast, aber andere tröstest, dann findest du mich und ich werde deine Stütze sein.

 

Liebe Kinder, ich rufe euch auf; dass sich jeder einzelne bekehrt. Diese Zeit ist für euch da.

Aus der Botschaft vom 13. Februar 1986

 

Vater unser………………     Gegrüßet seist du, Maria………..      Ehre sei dem Vater…………

 

 

    9. Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz

 

                  

 

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und preisen dich. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

>> Meine Kraft ist ermattet im Elend, meine Glieder sind zufallen. Zum Spott geworden bin ich all meinen Feinden.<<                                                                                    (Ps 31, 11-12)

 

Eine totale Niederlage erleiden

 

Ich bin auch ein drittes Mal gefallen. Die Leute meinten, es sei mein endgültiges Zusammen-

brechen. Und gerade jetzt, da sie annahmen, ich würde es nicht mehr schaffen, raffte ich mich auf, ergriff das Kreuz und schleppte es auf Golgatha. Man kann auch dann weiter, wenn es niemand mehr für möglich hält.

Es kommt der Augenblick, wo man dir sagen wird: „ Von die ist nichts mehr zu erwarten. Aus!“ Du selbst wirst denken: „ Ich kann nicht mehr“. Es kommt der Augenblick deiner vollkommenen Hilflosigkeit. Das ist der Zeitpunkt deiner Kapitulation, der Erkenntnis, am Ende zu sein. Wirst du da die Hoffnung sinken lassen? –Fürchte dich nicht. Es gibt noch eine Tür und hinter ihr wirst du mir von neuem begegnen. Wenn du nicht mehr mit dir selbst rechnen kannst, dann bin ich da. Du wirst aus tiefster Seele nach mir schreien und ich werde antworten.

Ein Kreuz ist es, endgültig zu verlieren und verlassen zu sein, wenn keiner mehr etwas auf dich setzt, wenn man dich aufgibt. Wenn du dieses Kreuz aber annimmst, werde ich dich mit meiner Gegenwart und Kraft überraschen. Du wirst in meinem Namen bis an das Ende der Welt gehen.

Wirst du dieses Kreuz annehmen? Sorge dich nicht, denn ich bin bei dir. Ich habe die Welt besiegt.

 

Versprecht, dass ihr weder Jesus nach das Kreuz beleidigen oder durch Schmähungen verspotten werdet.                                                                                 Aus der Botschaft vom 12. September 1985

 

Vater unser………………… Gegrüßet seist du, Maria……..    Ehre sei dem

Vater……………..

 

 

         10. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt

 

                      

 

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und preisen dich. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

>> Sie gaffen und weiden sich an mir. Sie verteilen unter sich meine Kleider und werfen das Los um mein Gewand.<<                                                                                                 (Ps 22, 18-19)

 

Zulassen, dass man dich entkleidet

 

Ich ließ es zu, dass man mich auszog, dass man mir auch das Intimste nahm. Ich ließ es geschehen, dass man sich über mein Schamgefühl hinwegsetzte und meine Intimsphäre verletzte. Du willst wenigstens irgendetwas für dich allein haben, ein Stück Welt, das dir allein gehört, wo niemand Zutritt hat. Du willst etwas haben, was niemand sehen soll, man würde sonst deine Ehre antasten. Du wirst es hüten und vor den Augen anderer verbergen. Du wirst meinen, ein Recht darauf zu haben. Du möchtest es um jeden preis behalten als das Intimste, was dir gehört und du wirst darum kämpfen.

Doch es kommt der Augenblick, wo du nichts mehr für dich retten kannst. Es gibt Situationen, in denen man alles auslassen muss, nichts gehört dir mehr allein. Man nimmt dir das Letzte weg. Du musst auch durch dieses Kreuz hindurch. Schenke Gott alles. Als einzige unberührbare Intimität bleiben wir dir, mein Vater und ich.

Nicht nur das ist ein Kreuz, wenn der Leib gewaltsam entkleidet wird. Noch schmerzhafter ist es, wenn man dir die Seele entkleidet. Die Sünden haben dir schon längst die Hülle weggenom-

men und du schämst dich. Nimm dieses Kreuz an und niemand wird dich mehr entehren können. Gestatte es dem Vater, dir ein neues Kleid zu geben. Gib ihm deine Intimität hin, er wird sie in vollkommene Unschuld verwandeln. Du bemühst dich umsonst, schuldlos zu bleiben. Heute gesteh dir ein, dass du dazu zu schwach bist.

Das ist das zehnte Kreuz- das Kreuz der mit Füssen getretenen Scham, der Sehnsucht nach Unschuld, das Kreuz der Angst, dass jemand von deiner Schuld erfahren könnte. Nimm dieses Kreuz an und du wirst mir begegnen. Deine Angst wird schwinden. Gib zu, schwach zu sein, nicht anders als du bist: ein durch die Sünde entehrter Mensch. Gestehst du das ein, kann dir niemand mehr etwas anhaben.

Schaut um euch, liebe Kinder und ihr werdet sehen, wie sehr die Sünde auf dieser Erde die Herrschaft an sich gerissen hat. Deswegen betet, damit Jesus siegt.

                                                                                                           Aus der Botschaft vom 13. September 1984

Vater unser……………    Gegrüßet seist du, Maria……………….. Ehre sei dem Vater………..

 

 

           11. Station: Jesus wird an das Kreuz genagelt